Messen in Südkorea

Südkorea sieht seine Zukunft selbst als Technologie- und Dienstleistungsstandort. Dementsprechend werden auch die Messen zu den Themen Logistik, Erneuerbare Energien, Umwelttechnik, Bio- und Nanotechnik sowie Medizintechnik ausgerichtet. Natürlich gibt es auch zu vielen anderen Themen Messen und Ausstellungen, die internationale Beachtung finden, aber die genannten Fachgebiete machen die Hauptzahl der Messen aus. Die Messeaktivitäten sind stark durch staatliche Institutionen geprägt, was vergleichbar mit dem Nachbarland China ist.

Alljährlich werden in Sükorea zwischen 40 und 50 Messen ausgerichtet, die als besonders wichtig eingestuft werden. Die RFID USN Korea gilt als eine der größten Fachmessen für RFID Technologie überhaupt. Wie Japan invistiert auch Korea engagiert in ubiquitäres Computing, also die universelle Vernetzung von Gebrauchs- und Alltagsgegenständen weit über das Desktoprechnernetz des traditionellen Internet hinaus. RFID (Radio Frequenz Indentifikation) Technologie ist ein wichtiger Baustein dieser Vision, da sie drahtlose die Kommunikation zwischen Micro- und Nanochips ermöglicht. Mit ihrer Hilfe können zb. intelligente Kaufhauskassen den Inhalt ganzer Einkaufswagen einlesen. 2010 nahmen an der Messe 25.000 Besucher aus 16 Nationen teil und bestaunten innovative RFID Lösungen für die Bereiche Logistik, Bau und Produktion. Zu den wichtigsten Neuigkeiten gehörte 2010 ein von koreanischen Forschern mitentwickeltes Verfahren, das durch mit Nanospeichern versetzter Tinte RFID Technolgie druckbar macht und die Herstellungskosten für RFID Chips von 50 auf 3 Cent senken soll. Bis zur Marktreife in 5 Jahren soll das Druckverfahren auch für konventionelle Etikettenhersteller nutzbar sein. Für den guten alten Strichcode dürfte es das Ende bedeuten.

Die Gesamtzahl der in Südkorea ausgerichteten Messen mit internationaler Beteiligug liegt um 150, in manchen Jahren auch mehr. Doch nicht nur die Zahl der Messen an sich steigt von Jahr zu Jahr, auch die Anzahl der Aussteller und der Besucher. Vor allem in Bezug auf Modeausstellungen hat sich einiges getan. So gibt es zum Beispiel die WEDDEX  Korea, die in Seoul ausgerichtet wird. Die Messe richtet sich vor allem an den asiatischen Markt, wird aber auch von europäischen Ausstellern beachtet und besucht. Auch Produkte Deutscher Designer wie Still BHs von Mamarella oder Brautmode von Light in the Box sind hier vertreten. Wie der Name der Messe nahelegt, geht es um primär um Hochzeitsmoden. Hier kann alles begutachtet werden, was es an modischen Neuerungen rund um den schönsten Tag eines Paares gibt. .

Messebesuche und -Auftritte zählen für westliche Unternehmen zu wichtigen Marktinstrumenten auf dem Weg zu geschäftlichem Erfolg in Südkorea. Vor allem Newcomer tun jedoch gut daran, sich zuvor ausreichend mit den Eigenheiten der koreanischer Kultur und des koreanischen Geschäftslebens vertraut zu machen. Visitenkarten zum Bespiel haben in Südkorea eine noch offiziellere Funktion als bei uns. Überreicht werden sie mit beiden Händen statt mit einer. und es gilt als unhöflich, sie nicht für einige Sekunden zu studieren, nachdem man sie erhalten hat. Kleine Geschenke gehören wie in Japan auf jeden Fall mit dazu - originelle Werbegeschenke können Wunder wirken und die ausführliche Lektüre in einem guten Werbeartikel Katalog wird sich auszahlen. Bei Verhandlungen gehören Ausdauer und Geduld zu den obersten Geboten, denn Koreaner sind oft zu höflich um Bedenken direkt zum Ausdruck zu bringen. Über  geradeheraus gestellte und detaillierte Fragen zu seinem Privtaleben sollte man sich nicht wundern, sie sind ein Ausdruck des Interesses an persönlicher Freundschaft.